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Paola ich werde der gleiche bleiben

22.09.2017

Schweizer Illustrierte, 22.9.2017

Herr Bundesrat, wie hätte Ihr Name als Mädchen gelautet?

Sicher nicht Ignazia! (Lacht.) Das habe ich meine Eltern mal gefragt. Mehr weiss ich aber nicht.

Ihr Spitzname als Kind?

Tato. Meine Schwestern nennen mich immer noch so. Mein Grossvater hatte Mühe, das z in meinem Namen richtig auszusprechen, und hat mit meinem Vater geschimpft, dass er mir so einen schwierigen Namen gegeben hat.

Sie dürfen Ihren Wohnort neu designen: Aus welchen Städten, Dörfern und Landschaften setzen Sie ihn zusammen?

Als meine Frau und ich am Lausanner Universitätsspital gearbeitet haben, wohnten wir in Lutry am Lac Léman. Mitten in den Rebbergen mit Sicht auf den See. Das war wunderschön!

Welches Gemüse sollte verboten werden?

Ich würde Verbote verbieten. Aber was ich nicht mag, ist Sauerkraut.

Und was für ein Gemüse oder eine Frucht wären Sie?

Natürlich eine Cassis-Beere!

Um wie viel Prozent müssten Sie Ihr Arbeitspensum reduzieren, damit Sie massiv glücklicher wären?

Null Prozent, ich bin glücklich!

Als Sie Kind waren, was hat Ihr Vater Ihnen da immer gesagt?

«Hör auf, um 11 Uhr nachts Trompete zu spielen!» Das war für ihn der Horror.

Wo am Körper tuts Ihnen weh?

Mir tut zum Glück gar nichts weh.

Haben Sie einen Organspendeausweis?

Ja, auch als App auf meinem iPhone!

Welche Musik soll an Ihrer Beerdigung gespielt werden?

Das gleiche Stück wie an der Beerdigung meines Vaters. «Vengo anch’io, non tu no» vom Mailänder Chansonnier Enzo Jannacci. Er war ebenfalls Arzt und ein Vorbild für mich. Mein Grossvater hatte dieses Lied in den 60er-Jahren immer gesungen, als ich mit ihm in den Rebbergen gearbeitet habe.

Die bisher beste Idee Ihres Lebens?

Meine Frau Paola zu heiraten.

Welchen Wunsch haben Sie endgültig begraben?

Ein guter Jazztrompeter zu werden. Das war immer mein Traum.

Angenommen, der liebe Gott würde Sie neu erscha!en: Mit den Eigenschaften welcher Berühmtheiten soll er Sie ausstatten?

Mit dem Abenteuergeist von Indiana Jones und dem Humor von Viktor Giacobbo.

Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie den Teller nicht leer essen?

Ich esse meinen Teller immer leer. So haben mich meine Eltern erzogen.

Welche Filme haben Ihr Leben massiv beeinflusst?

Mit «Novecento» (1976) von Bernardo Bertolucci habe ich die Politik entdeckt und mit «Doktor Schiwago» (1965) die Liebe. Ich konnte dem Charme der superhübschen blonden Schauspielerin nicht widerstehen. Wie  hiess sie nochmals? Ah ja, Julie Christie!

Und Musik?

Pink Floyd! Diese psychedelische meditative Musik war eine Entdeckung für mich.

Was in Ihrem Alltag müssten Sie aus ökologischer Sicht dringend verändern?

In unserem Haus in Tessin trennen wir den Abfall, erwärmen nur mässig das Wasser und fahren ein Elektroauto. Die Altbauwohnung in Bern ist energietechnisch sicher nicht optimal.

Welche Pille müsste erfunden werden?

Die Pille gegen Demenz.

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?

Ja! Sie hiess Esmeralda. Da war ich sechs. Mehr als ein Kuss auf die Wange lief da noch nicht.

Wer ist Ihr bester Freund?

Mario, mein Trauzeuge. Er ist meine ruhige Kraft für die schwierigen Momente im Leben. Auch wenn ich ihn ein Jahr nicht sehe – es ist, als wäre keine Zeit vergangen.

Als Sie 16 Jahre alt waren, wie sah da Ihr Zimmer aus.

Helles Holz, zwei Betten, ein Schrank, eine Wandbibliothek mit meinem ganzen Stolz: der Hi-Fi-Anlage von Akai. Um mir die zu kaufen, hatte ich zwei Sommer in der Epa gearbeitet. An der Wand hing ein grosses Poster von Supertramp.

Über welches Geschenk haben Sie sich zuletzt gefreut?

Das Ja von Paola zur meiner Bundesratskandidatur.

Was haben Sie zuletzt verschenkt?

Ich habe meiner Frau ein romantisches und schönes Abendessen zum Geburtstag geschenkt.

Der beste Rat, den Sie je bekommen haben?



Vor Kurzem gab mir der ehemalige FDP-Parteipräsident Philipp Müller einen guten Rat: Politik ohne Humor ist unerträglich !



 

INTERVIEW JESSICA PFISTER

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Autori

Ignazio Cassis