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02 Salei


Höhe: 839 m
Dauer: 3 Stunden



Die Alpweiden rufen

Diese Wanderung im Valle Onsernone ist ganz besonders reizvoll, wenn auf den Feldern die Blumen blühen und die Herden auf der Alp weiden. Neben der reichen Flora, die der Spaziergänger hier bewundert, übt vor allem das Dorf Comologno eine besondere Anziehungskraft aus. Seine Architektur ist meisterhaft und erweckt den Eindruck, vor allem von oben betrachtet, dass die Häuser wie ein Rahmen den Dorfkern umgeben und in der Landschaft stehen, wie die Fortsetzung eines Berges, sein Giebel sozusagen, erreichen sie doch die Höhe des Berges. Dahinter erhebt sich der Glockenturm in seiner prächtigen Schönheit.
Die Wanderung führt an den “Monti di Ligünc” vorbei, die aufgrund ihrer eigenartigen Bauweise und der Holzterrassen, die die Sonne auffangen und gleichzeitig vor Wind schützen, schon mit tibetanischen Dörfern verglichen worden sind. Die Gebäude sind allerdings gezeichnet von den Spuren der Zeit und restaurationsbedürftig: es gilt aber aufzupassen und nicht zu viel zu modernisieren, damit diese typischen Bauten ihre Echtheit nicht zugunsten der neuzeitlichen Bequemlichkeit verlieren. Da sind auch die Alpen Salei und Pesced, wo noch Schafe weiden. Nachdem so viele andere Tessiner Alpen ihre Tätigkeit eingestellt haben, freuen wir uns, dass hier eine Tradition weiterlebt, die für dieses Gebiet bedeutsam ist. Deshalb führt der Weg beim Aufstieg über die Alp Salei und beim Abstieg über Pesced, wo wir innehalten und in nostalgischer Gesinnung auf Schäfer und Schafe zurückblicken. Entlang des Weges ziehen zahlreiche Blumen und Pflanzen unsere Aufmerksamkeit auf sich.


Es geht vorbei an Buchen, Tannen und Lärchen, die das Sonnenlicht filtern, es bewegen und in immer neuen und anderen Formen durchlassen. In diesem Spiel mit Licht und Schatten überlässt man sich ganz der Natur, lässt sich durchdringen vom Schweigen des Waldes, vom Schutz der Bäume und vom Frieden der unberührten Alpenwelt. Man entdeckt die stillen Schönheiten dieses Spaziergangs und spürt die erhebende Unendlichkeit. Die Sinne werden verfeinert und lassen das Leben der Natur sichtbar werden: das Plätschern einer Quelle unter einer Erle, die vom Blitzschlag entzweite Tanne, der Schatten auf einem Felsvorsprung. Wir fühlen den Wechsel von Wind und Sonne im Gesicht.
Auf der Ebene zur Alp Salei, die früher Lavadina hiess, wie das Tal, das nach Comologno hinunterführt, erklingen bald darauf Kuhglocken, der Himmel tut sich auf und seine unendliche Weite beherrscht die Szene. Nur wenig weiter oben liegt der See von Salei, wo sich zwischen Geröllhalden und Weiden Alpenrosen ausbreiten. Dazwischen trollen sich Murmeltiere, posieren stolz vor all den Alpenrosen und wollen uns glauben machen, dass sie diese Pracht gepflanzt haben.
Der See liegt friedlich in einer flachen Mulde und die Farben ringsum spiegeln sich im Wasser, besonders das unterschiedliche Grau der Felsen und hin und wieder ein dunkles Grün. Nur der Wind wellt manchmal die Oberfläche des Wassers, oder ist es das Echo der Berge, das bis hierher dringt?