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01 Efra


Höhe: 951 m
Dauer: 3 Stunden



Eine Stimme kommt und geht

Wenn oben in den Höhen der Schnee schmilzt oder nach längeren Regenfällen sich das Wasser am Wegrand entlang einen Weg den Berg hinunter sucht, ist eine Wanderung im Efra-Tal ganz besonders romantisch.
Dann hört man in der Abgeschiedenheit dieser Bergwelt eine Vielfalt von Stimmen, die kommen und gehen, die säuseln und murmeln wie das Wasser und rauschen wie der Wind in den Gräsern. Dazu kommt der Farbenreichtum der Landschaft. Vom Grün der Wiesen über das Perlweiss des Wassers bis zum sich spiegelnden Hellblau des Himmels in all seinen Tönen verändert sich die Landschaft im Gegenlicht zu einer immer neuen Farbenpalette. Eine Farbenpalette, die der Wechsel von Sonne und Schatten zu einem lebendigen Bild verzaubert und je nach Lichteinwirkung, einmal friedlich ruhig und ein andermal erhebend imposant erscheinen lässt. Im Fluss, der sich sprudelnd in die Tiefe ergiesst, gehen alle diese Farben ineinander über und bilden herrliche, schillernde Kontraste. Oft unterbrechen Steinablagerungen und Erderhebungen den Lauf des Baches, so dass er sich immer neu verzweigt, dann wieder zusammenfindet und an ausgetrockneten Tümpeln vorbei seinen Weg bergabwärts sucht.
Ringsherum unterbrechen Wasserfälle mit eiligen Gastspieleinlagen das ruhige Grün der Weiden und umspielen das Grau des Granits, der an die Urzeit erinnert, seit der dieses Spiel mit dem Wasser schon über die Bühne geht. Die Maiensässe, wie die von Montada, liegen einsam und verlassen da und werden höchstens noch von Ziegen bewohnt. Das erweckt den Anschein, als seien sie nur für das Wasser reserviert, das sich in viele Läufe verteilt, von denen jeder breiter und schneller zu Tal fliessen möchte, als ginge es um einen Wettbewerb: eine Laune der Natur. Während der Wanderung umkreisen wilde Bergbäche den Spaziergänger, als wollten sie ihn daran hindern, sein Ziel zu erreichen und weiterzugehen.


Die Maiensässe, wie die von Montada, liegen einsam und verlassen da und werden höchstens noch von Ziegen bewohnt. Das erweckt den Anschein, als seien sie nur für das Wasser reserviert, das sich in viele Läufe verteilt, von denen jeder breiter und schneller zu Tal fliessen möchte, als ginge es um einen Wettbewerb: eine Laune der Natur. Während der Wanderung umkreisen wilde Bergbäche den Spaziergänger, als wollten sie ihn daran hindern, sein Ziel zu erreichen und weiterzugehen.
Und tatsächlich bleibt man stehen und geniesst in diesen Augenblicken das herrliche Panorama, das sich ringsherum auftut: es ist, als ob der Berg sich nach der Schneeschmelze geöffnet habe und das frische, kalte Wasser aus seinem Innern hervorsprudeln lasse.
Auf der Alp Efra hat man das Gefühl, höher oben zu sein als in Wirklichkeit. Zwischen Alpenrosen führt der Weg zu einem Wasserfall, der wie ein Elfenbeinstrahl aus dem See mit seiner tiefblauen und dunkelgrünen Wasseroberfläche entspringt. Der Wasserfall ergiesst sich zuerst in eine Mulde unter dem Gipfel des Gagnone, um von dort aus in fein verästelten Silberfäden, ähnlich den Adern grosser Steine, weiter hinabzufallen.
Der Efra-See liegt an einem steilen Abhang und hat wenig Sonne; auch im Sommer kann man Schnee antreffen. Kommt aber die Sonne hinzu, ist das Bild umso schöner und die vielen Lärchenbäume blühen auf und glänzen golden im Sonnenlicht.
Das nördliche Ufer des Sees ist hell und freundlich, während jenes im Süden eher traurig und grau daliegt – ein seltsames Vertauschen der Eigenschaften der Himmelsrichtungen, die ja normalerweise den Norden als hart und den Süden als freundschaftlich betrachten.